Die skurrilsten Google-Trends 2018

Für viele von uns ist Onkel Google ein loyaler Freund geworden, an den man sich immer wenden kann, wenn es irgendwo hakt. Dass Google manchmal auch nichtalltägliche und banale Fragen beantworten muss, zeigen uns die jährlichen Google-Trends. Einige Perlen der Google-Trends 2018 haben wir für euch zusammengestellt und beantwortet.

Von Florian Fabozzi

 

 

Der Spitzenreiter unter den “Was”-Fragen. Bei den sogenannten Eichenprozessionsspinner handelt es sich um eine Schmetterlingsart, die sich – wie der Name es verrät – gerne in Eichen einnisten. So unscheinbar sie aussehen – die kleinen Tiere haben es faustdick hinter den Ohren. Die Raupen fressen sich an den Eichen satt und sondern dabei Thaumetopein ab. Ein Gift, das allergische Schocks, Hautausschläge und Schleimhautentzündungen hervorrufen kann. Überträger des Giftes sind die Härchen der Tiere, die leicht abbrechen und sich mittels des Windes in ihrer Umgebung verbreiten. Mit den Haaren verbreitet sich also auch das Gift.
Die kleinen Raupen werden bis zu 5 Zentimeter lang und ihre Farbe lässt sich als graublau bis schwarz beschreiben. Die Beschaffenheit der Nester erinnert an Zuckerwatte. Ursprünglich ist der EPS in Südeuropa beheimatet. Doch der Klimaerwärmung sei Dank, hat sich die Schmetterlingsart in diesem Jahr verstärkt auch in Deutschland ausgebreitet. Betroffen sind vor allem Landkreise in Sachsen-Anhalt, Bayern und Nordrhein-Westfalen.
Nachdem die Behörden eine Warnung vor den Spinnern aussprachen, wuchs auch die Sorge in der hiesigen Bevölkerung und es wurde fleißig nach Schutzmaßnahmen gegoogelt.
Die Apothekenumschau empfiehlt Abstand von den Tieren zu halten und sich in ihrer Nähe nicht auf den Boden zu setzen. Das Tragen von Staubmasken und Schutzbrillen sei auch hilfreich. Um die Ausbreitung der Eichenprozessionsspinner einzudämmen, werden in den betroffenen Gebieten Insektizide versprüht.

 

 

Diese Frage hat seinen Ursprung in der RTL-Quizshow “Wer wird Millionär?”. Offenbar fieberten zahlreiche Menschen mit der Kellnerin Michaela Meier mit, als diese im September für eine Gewinnsumme von einer halben Million Euro zu genau diesem Thema befragt wurde. Die Antwortmöglichkeiten auf die Frage, wer denn nahezu täglich Permanenzen veröffentlichte, lauteten Sternwarte, Flughäfen, der Vatikan oder Spielcasinos. Nachdem der Publikumsjoker nicht weiter half, brachte der 50-50-Joker die 30-jährige auf die richtige Fährte. Es sind die Spielcasinos, die regelmäßig Permanenzen veröffentlichen. Bei dem Permanenz handelt es sich um die schriftlich festgehaltene Folge von gefallenen Zahlen beim Roulette, also quasi einem Spielprotokoll, aus der viele Spieler versuchen, eine siegbringende Strategie abzuleiten.
Bei der Millionenfrage war für Michaela Meier übrigens Schluss. Obwohl sie bei der Frage “Welches war 1948 das allererste Stück, das in der legendären Augsburger Puppenkiste aufgeführt wurde?” letztlich zur richtigen Antwort tendierte, ging sie auf Nummer sicher und nahm die 500.000 Euro mit nach Hause.

 

 

Die Beliebtheit des SPD-Politikers ist genauso rasant gesunken, wie sie einst, im Januar 2017, gestiegen war. Damals gab es einen regelrechten Schulz-Hype. Im Vorfeld der Bundestagswahl wurde der Begriff des “Schulz-Zugs” geprägt, der unaufhaltsam das Kanzleramt ansteuert. Der Höhenflug nach seiner Nominierung als SPD-Kanzlerkandidat im Amt war allerdings nur von kurzer Dauer. Schon im April 2017 entgleiste der Schulz-Zug und die Umfragewerte sanken Stück für Stück in den Keller. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Merkel wurde für weitere vier Jahre Kanzlerin, Schulz schloss eine weitere Koalition kategorisch aus, nur um vier Monate später, nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen, doch wieder ein Bündnis mit der CDU einzugehen. Nachdem der heimatverbundene Schulz seine Glaubwürdigkeit endgültig verspielt hatte und innerparteilich angefeindet wurde, zog er sich im Februar des letzten Jahres aus der Bundesregierung zurück und gab obendrein den Platz als SPD-Vorsitzender ab.
Seither ist es in der Tat still geworden um den 63-jährigen und folgerichtig fragen sich viele, womit er sich nun beschäftigt. Nach neuesten Informationen besinnt sich Schulz zurück auf seine Kernkompetenz, der Europapolitik. Er gab bekannt, dass er im SPD-Wahlkampf für die anstehende Europawahl mitmischen wird und dabei helfen möchte, die Partei wieder nach oben zu führen. Ein konkretes Amt strebt er allerdings nicht an.

 

 

Platz 1 der “Wo”-Fragen. Wie kommt es, dass die Massen eine solch triviale Frage ausgerechnet im vergangenen Jahr derart umtrieb? Es ist kein Zufall, dass jene Frage vor allem in der Woche vom 22. bis 28. Juli gestellt wurde, denn in der Woche kam es zu einer Mondfinsternis – genau genommen zu der längsten im bisherigen Jahrtausend. Am Abend des 27. Juli befand sich der Mond ganze 103 Minuten im Kernschatten der Erde. Eine Mondfinsternis kommt nämlich immer dann zustande, wenn sich Sonne, Mond und Erde auf einer Linie befinden und der Mond den Schatten der von der Sonne erleuchteten Erde durchläuft. Im Zustand der Finsternis färbt sich der Mond orange-rötlich – in diesem Zustand bezeichnet man ihn als “Blutmond”. Diesen seltenen Anblick wollten sich die wenigsten entgehen lassen und daher genau wissen, wann sie in ihrem Wohnort die optimale Sicht auf das Naturschauspiel haben. Die nächste Mondfinsternis folgt übrigens am 21. Januar.

 

 

Rennsportfans kennen Niki Lauda als erfolgreichen und ehrgeizigen Formel-1-Fahrer der Siebzigerjahre, der einst bei einem Unfall dem Tod nur knapp von der Schippe sprang und schwerste Verbrennungen am Kopf davontrug, von denen er ein Leben lang gezeichnet blieb. Sein Elternhaus stand niemals im Mittelpunkt des Interesses, bis dieses Jahr das Schlager-Duo Specktackel gemeinsam mit Almklausi einen Song zu Ehren von Laudas Mutter veröffentlichte – und damit einen großen Hit am Ballermann landete. Die Zeile “Wie heißt die Mutter von Niki Lauda?” wird in dem eingängigen Song mehrfach wiederholt. Die simple Antwort geben sie im Refrain: “Mama Laudaaa”. Der tatsächliche Vorname der Mutter ist nebenbei bemerkt Elisabeth, aber das dürfte den Ballermann-Fans herzlich egal sein. Niki Lauda selbst findet den Song übrigens lustig. 

 

 

Aus dem Kontext gerissen klingt auch diese Frage bizarr. Doch viele dürften sich noch an den aus deutscher Sicht schmerzhaften Jahreshöhepunkt erinnern, aus welchem sich diese Frage ergab. Während der Gruppenphase der Fußball-WM im Juni kursierten wilde und spekulative Rechnereien, die Aufschluss darüber geben sollten, mit welchen Ergebnissen Deutschland den frühen Knock-Out noch verhindern konnte. Nach zwei Spieltagen konnten sich schließlich noch alle Teams der ausgeglichenen Gruppe D für das Achtelfinale qualifizieren. Unter ihnen die DFB-Elf, die das erste Spiel verlor, sich jedoch mit einem Sieg gegen Schweden im zweiten Spiel rehabilitierte. Die Gruppenkonstellation gestaltete sich derart komplex, dass Deutschland je nach Ausgang des Parallelspiels sogar mit einer Niederlage gegen Südkorea hätte weiterkommen können, aber andererseits – im Worst Case – auch mit einem Sieg hätte ausscheiden können. Jedes Tor konnte die Situation verändern, daher machten sich Zeitungen und Online-Portale die Mühe, Übersichtstabellen zu veröffentlichen. Die ganze Rechnerei was aus deutscher Sicht letztlich umsonst, da man gegen Südkorea den Kürzeren zog und dadurch sogar als Gruppenletzter die Koffer packen musste.

Weitere Fragen

Eine immer wiederkehrende Frage des letzten Jahres, die an keinem bestimmten Ereignis festzumachen ist, lautet: “Wo ist Bali?” Wie kaum ein anderer Ort steht Bali symbolisch für ferne, exotische Urlaubsorte und findet dementsprechend oft Erwähnung. Wo genau diese Insel liegt, scheint sich dabei jedoch nie herumgesprochen zu haben. Bei Bali handelt es sich um eine Indonesien zugehörige Insel im Indischen Ozean.
Der neugierige Ottonormalbürger interessiert sich nicht nur für seine Idole, sondern auch für deren Nachkommen. Die dritthäufigste “Wie?”-Frage lautete “Wie heißt der Sohn von Kate und William?” Gemeint ist natürlich das Traumpaar schlechthin: Prinz William und seine hübsche Herzogin Kate Middleton, die in diesem April einen gesunden Jungen zur Welt brachte. Entgegen der Prognosen der britischen Buchmacher, die auf “Albert” tippten, tauften sie ihren Sohn auf den Namen Louis Arthur Charles. Weniger königlich, aber ebenfalls vom öffentlichen Interesse ist der Name des Sohnes der bekannten Beauty-Bloggerin Bibi Heinicke. Diesen hält Bibi bis heute geheim und die Fans müssen sich weiterhin in Geduld üben.
Eine beliebte Frage aus dem Themengebiet der Geografie lautete “Wo entspringt der Rhein?”. Der zweitlängste Fluss Deutschlands entspringt in den Schweizer Alpen, wo er sich in dem Vorderrhein und dem Hinterrhein spaltet. Aus welchem Grund sich die Menschen 2018 jedoch diese weltbewegende Frage stellten, ist auch uns ein Rätsel geblieben…

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